Unser Namenspatron

Die Gesellschaft leitet ihren Namen her von Paulus Praetorius (1521-1565), Gelehrter und Pädagoge, der in Brandenburg und im Bistum Magdeburg wirkte und sich in seinem Zeitalter der Renaissance dem Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele verpflichtet fühlte.

PAULUS PRAETORIUS
(1521-1565)

Portrait: Paulus PraetoriusDas Portrait zeigt Paulus Praetorius, einen Gelehrten der Reformationszeit im Land Brandenburg. Der Aufstieg Brandenburgs zu einer führenden Stellung in Europa lässt sich nur durch das Engagement großer Persönlichkeiten in den Jahrhunderten ihrer Geschichte erklären, zu denen auch Paulus Praetorius gerechnet werden darf.

Paulus Praetorius wurde in Bernau, nahe Berlin, als Sohn eines Brauers und Tuchmachers und Enkelsohn des Bürgermeisters geboren. Nach seinem Studium an der Viadrina in Frankfurt an der Oder wurde er als Rektor der Schule in Bernau berufen. Der Ruf, den er der Schule in kurzer Zeit verschaffte, macht den Kurfürsten Joachim II auf ihn aufmerksam, der für seine jüngeren Söhne, Friedrich und Sigismund, einen Erzieher suchte und ihn mit dieser Aufgabe betraute. Der Kurprinz Friedrich wurde mit jungen Jahren zum Erzbischof von Magdeburg und Administrator des Bistums Halberstadt gewählt. Ihm stand Paulus Praetorius zur Seite. Er starb aber bereits mit 22 Jahren. In seinem Amt folgte ihm der jüngere Halbbruder Sigismund, dessen Ratgeber hinfort Paulus Praetorius vor allem bei der Verwaltung des Erzbistums wurde. Paulus Praetorius unterstützt erfolgreich das Bemühen des Hallenser Rates, im ehemaligen Barfüßerkloster ein Gymnasium einzurichten.

Paulus Praetorius bekannte sich zum Reformationsbekenntnis und unterstützte die neue Lehre in Brandenburg und Magdeburg. Er stand bedeutenden Persönlichkeiten seiner Zeit nahe, so z.B. dem Reformator Melanchton. Paulus Praetorius verfasste gelehrte Werke, die in Frankfurt/Oder gedruckt wurden. Mit Sigismund ließ er vom Renaissancebaumeister Scheußlich im Halberstädter Dom ein Begräbnis für den jung verstorbenen Friedrich errichten, das noch heute vom Geist und der Haltung von Paulus Praetorius zeugt.

Zu den sichtbaren Spuren, die Paulus Praetorius hinterließ, gehören sein mächtiges, zu seinen Lebzeiten veranlasstes Epitaph in der Nikolaikirche zu Berlin und ein großes, zum Gedenken an seine Eltern gestiftetes Ölgemälde in der Marienkirche in Bernau, die beide die Auferstehung zum zentralen Motiv haben und Christus als Sieger über den Tod in den Mittelpunkt stellen.

Innovationsbereitschaft war ein Charakteristikum seiner Person. Seine Interessenbereiche waren vor allem auch Bildung und Kultur. Er steht für bildungspolitische Verantwortung. Konsequente Zielverfolgung, Zivilcourage und diplomatisches Geschick zeichneten ihn aus.

In den Zeiten Paulus Praetorius lebte man mit den Gedanken an den Tod und die eigene Endlichkeit als Hinführung zu einem bewussten und dankbar angenommenen Leben. Ein Grundliegen der Renaissance war es, den Menschen als Individuum in seiner Einzigartigkeit zu akzeptieren und zu würdigen, ein Ideal, dem gerade heute auch durch unser Pflegeleitbild entsprochen wird.

In Bernau, der Heimatstadt Paulus Praetorius, trägt das Gymnasium folgerichtig seit 1995 seinen Namen. Das Paulus–Praetorius–Gymnasium ist das zweitgrößte in Brandenburg und weiß sich der humanistischen Tradition im europäischen Kontext verpflichtet.

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